Christo: Viel Stoff für den Lago d’Iseo

Christo: Viel Stoff für den Lago d’Iseo
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Mitten in der Lombardei, zwischen Brescia und Bergamo, liegt der Lago d’Iseo. Dort feiert Christo sein Comeback mit den Floating Piers. Kurzum viel Stoff für eine Region, die touristisch als Geheimtipp galt.

Ein Geschenk des Himmels

„Es geht bergauf“, ruft Antonio, während wir einen schmalen Wanderpfad hinaufsteigen. Oberhalb von Sulzano auf halbem Weg zum Wallfahrtsort Santa Maria Del Giogo. Der Geruch frisch geschnittener Wiesen kitzelt in der Nase. Drei lombardische Bauern sind mit flinker Sense eifrig zugange, das hochgewachsene Gras zu heuen. Trotz Dialekt, versteht unser Reiseführer ihr Gespräch und geht voraus. Stolz erzählt er uns, dass bereits Leonardo da Vinci auf diesen Wegen wandert, um die mystische Seeschlucht für seine Mona Lisa einzufangen.

Nach 15 Minuten Aufstieg erblicken wir die Isola Monte, umrahmt vom Lago d’Iseo und seinen sattgrünen Bergen. Wie Lineale ziehen sich Christos „Floating Piers“ 16 Tage lang im Zickzack durch die, selbst für Italiener, noch unbekannte Landschaft. Für die Insulaner ein Geschenk des Himmels: Christos Kunst-Happening, das in leuchtendem Orange das Festland Sulzanos mit den Inseln San Paolo und der Isola Monte verbindet. Erst hier oben lässt sich die ganze Dimension des Lago d’Iseo erahnen.

Christos Liebesbeweis

Südöstlich erstrecken sich die Weinberge des Franciacorta Gebietes, dessen Schaumwein der Champagne den Rang abläuft. Mittendrin die autofreie „Berginsel“, die als größte bewohnte Binnen-Insel Europas gilt. Vis-a-vis die geschützten Torfmoore des Sebino, ein Vogelparadies für Ornithologen. Weiter nördlich das Naturreservat Valle del Freddo, ein wahrlich ungewöhnlicher „kalter“ Mikrokosmos, der sonst erst ab 1.000 Höhenmetern eintritt. Bloß dass hier Pflanzenarten wie das alpinistische Edelweiß schon ab 350 Metern über dem Meeresspiegel auftreten. Nicht zu vergessen die UNESCO geschützten Felsgravuren im Valle Camonica, wo die ersten Jagd- und Tanzszenen Europas verewigt werden.

„So romantisch wie unser Iseo ist keiner der vier oberitalienischen Seen“, schwärmt Antonio. Demzufolge entschließt sich auch Christo, seine Arbeit mit der Kunst nach dem Tod seiner Frau (2009) dort wieder aufzunehmen. Elf Jahre liegt ihr letztes Projekt zurück. Einen schöneren Liebesbeweis hätte er der Region wohl kaum machen können. Als dass er die gemeinsame Vision der schwimmenden Stege nicht in Argentinien oder Japan, sondern in Italien umsetzt.

Das Medienecho ist gewaltig.

Die Bloggerreise wurde unterstützt von:

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